Felgenkennzeichnungen im Detail

Auf nahezu jeder Alufelge findest du mehrere Prägungen und Kennzeichen. Sie helfen dabei, die Felge eindeutig zu identifizieren, die technischen Maße zu verstehen und das passende Gutachten (ABE, ECE oder Teilegutachten) zuzuordnen. Wenn du weißt, wie du diese Angaben liest, findest du deutlich schneller die richtigen Dokumente für deine Rad-Reifen-Kombination.

1. Wo stehen die Kennzeichnungen?

Die wichtigsten Angaben sind meist auf der Innenseite der Felge zu finden, z. B. im Bereich des Felgenbetts, auf der Rückseite der Speichen oder nahe des Ventils. Je nach Hersteller können die Markierungen verteilt sein.

  • Innenseite der Speichen
  • Felgenbett/Felgenstern
  • Bereich um das Ventil
  • Selten außen sichtbar (meist nur Design- oder Modellbezeichnungen)

2. Die wichtigsten Identifikationszeichen

KBA-Nummer

Die KBA-Nummer (meist 5-stellig) ist ein starkes Indiz für eine ABE-bezogene Genehmigung. Sie ist einer der schnellsten Wege zum passenden PDF. Mehr dazu findest du hier: KBA-Nummer an der Felge.

E-Kennzeichnung / ECE

Eine E-Kennzeichnung weist auf eine europäische Genehmigung hin, häufig im Kontext der ECE R124 für Alufelgen. Was das praktisch bedeutet, erklärt dir: ABE vs. ECE.

3. Technische Maßangaben richtig lesen

Felgengröße (Breite, Durchmesser, Hornform)

Eine typische Größenangabe sieht so aus: 7.5Jx17. Diese Angabe bedeutet:

  • 7.5 = Felgenbreite in Zoll
  • J = Horn-/Flanschform (bei Pkw sehr häufig)
  • 17 = Felgendurchmesser in Zoll

Hump-Kennzeichnung (z. B. H2)

Der Hump ist eine Sicherheitskontur im Felgenbett. H2 bedeutet in der Regel doppelte Hump-Ausführung. Das ist relevant für die sichere Reifenanlage und kann je nach Felgentyp im Gutachten oder in technischen Daten auftauchen.

Einpresstiefe (ET)

Die Einpresstiefe wird als ET in Millimetern angegeben, z. B. ET45. Sie beschreibt, wie weit die Auflagefläche der Felge zur Mitte der Felge versetzt ist. Eine abweichende ET kann die Radabdeckung, die Freigängigkeit und damit die zulässige Kombination beeinflussen.

Lochkreis (PCD)

Der Lochkreis wird häufig in der Form 5x112 angegeben:

  • 5 = Anzahl der Schraubenlöcher
  • 112 = Lochkreisdurchmesser in Millimetern

Nabendurchmesser (Zentrierung)

Der Nabendurchmesser (auch Zentrierbohrung) wird in Millimetern angegeben, z. B. 66.6. Er muss zur Fahrzeugnabe passen oder mit passenden Zentrierringen angepasst werden, sofern das Gutachten dies erlaubt.

4. Traglast- und Produktionsangaben

Einige Felgen tragen zusätzliche Angaben wie:

  • Max Load / Tragfähigkeit (wichtig im Verhältnis zur Achslast)
  • Hersteller- oder Typcodes
  • Produktionscharge / Datum

Diese Informationen können bei Rückfragen, Ersatz oder der eindeutigen Identifikation des exakten Modells hilfreich sein.

5. Beispiel: Eine typische Felgenprägung entschlüsseln

Beispiel: 7.5Jx17 H2 ET45 5x112 66.6 KBA 48785

  • 7.5Jx17 = Breite 7,5 Zoll, Hornform J, Durchmesser 17 Zoll
  • H2 = doppelte Hump-Ausführung
  • ET45 = Einpresstiefe 45 mm
  • 5x112 = Lochkreis 5 Schrauben, 112 mm
  • 66.6 = Nabendurchmesser 66,6 mm
  • KBA 48785 = Genehmigungs-/ABE-Bezug

6. Warum diese Angaben für Gutachten & Eintragung wichtig sind

Das Gutachten bezieht sich immer auf konkrete Ausführungen einer Felge. Schon kleine Abweichungen bei Breite, ET oder Lochkreis können dazu führen, dass eine Kombination anders zu bewerten ist. Auflagen wie Radabdeckung oder Freigängigkeit hängen oft direkt an diesen Werten.

Wenn du tiefer einsteigen möchtest:

Tipp: Für die Gutachten-Suche sind meist drei Dinge besonders hilfreich: KBA-Nummer, Felgengröße und ET. Wenn du diese Angaben an deiner Felge findest, kommst du in der Regel sehr schnell zum passenden Dokument.

Siehe auch: Reifen ABC – DOT-Nummer (Produktionsdatum), Lastindex & Geschwindigkeitsindex, Winterkennzeichnungen (M+S/3PMSF) sowie weitere Grundlagen von der Reifenflanke.