Mischbereifung – was ist erlaubt und worauf muss man achten?

Von Mischbereifung spricht man meist dann, wenn an Vorder- und Hinterachse unterschiedliche Reifendimensionen gefahren werden – zum Beispiel vorne 225/40 R18 und hinten 255/35 R18. Das ist vor allem bei sportlichen Fahrzeugen verbreitet.

Wichtig: Unterschiedliche Größen sind nur dann sinnvoll und zulässig, wenn sie für das konkrete Fahrzeug ausdrücklich vorgesehen oder freigegeben sind.

1) Wann ist Mischbereifung zulässig?

Zulässig ist Mischbereifung typischerweise dann, wenn sie bereits ab Werk vorgesehen ist oder wenn sie in CoC, Fahrzeugpapieren oder im Felgengutachten sauber abgedeckt wird.

  • Serienmäßig bei manchen Sportmodellen oder leistungsstarken Fahrzeugen
  • bei Zubehörfelgen nur dann, wenn die Kombination ausdrücklich freigegeben ist

2) Was ist nicht gemeint?

Nicht jede unterschiedliche Bereifung ist automatisch eine saubere Mischbereifung. Problematisch sind vor allem eigenmächtig kombinierte Größen, die nicht in Papieren oder Gutachten stehen.

  • Unterschiedliche Größen ohne Freigabe
  • stark unterschiedliche Abrollumfänge
  • unsaubere Kombinationen bei Fahrassistenzsystemen oder Allrad

3) Was gilt auf einer Achse?

Auf derselben Achse sollten Reifen grundsätzlich identisch sein – also gleiche Dimension, Bauart und möglichst gleicher Typ/Zustand. Unterschiede links/rechts auf einer Achse sind besonders kritisch.

4) Warum ist Mischbereifung sensibel?

Unterschiedliche Reifendimensionen beeinflussen Fahrverhalten, ABS/ESP-Regelung, Tacho, Freigängigkeit und in manchen Fällen auch das Verhalten von Allradsystemen. Deshalb ist eine reine „Passt schon“-Lösung hier keine gute Idee.

5) Was sollte man prüfen?

  • Steht die Kombination in CoC, Zulassungsbescheinigung oder Gutachten?
  • Sind Felgengröße, ET und Radabdeckung ebenfalls passend?
  • Passen Lastindex und Speedindex?
  • Gibt es Auflagen für Vorder- und Hinterachse?

6) Praxis-Tipp bei unterschiedlichen Profilständen

Wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind, gehören die reifen mit dem besseren Profil in der Regel nach hinten. Das ist keine Freigabe für Mischbereifung, aber ein wichtiger Sicherheitsgrundsatz im Alltag.

Weiterführende Artikel

Bei Mischbereifung immer die komplette Kombination prüfen – nicht nur die Reifenbreite. Felge, ET, Auflagen und Freigängigkeit gehören dazu.

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